Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen in Scheuerfeld

Leitbild

Wertevermittlung
Getragen von der Überzeugung, dass die Weitergabe ihrer Grundwerte an die nachfolgende Generation zu den wichtigsten Aufgaben einer Gesellschaft zählt und zentrale Aufgabe der Schule ist, vermitteln wir die Werte Mitmenschlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Freiheit, Friede, Demokratie, Gerechtigkeit, Solidarität, Respekt und Toleranz. Nur auf Grundlage dieser Werte ist ein Zusammenleben möglich. Wir bemühen uns um Gewaltlosigkeit als durchgängiges Prinzip für unser Zusammenleben. Streitschlichtung ist ein wichtiges Mittel dazu. Wir fördern Hilfsbereitschaft, Integration und Gemeinschaftsleben.Wir legen Wert darauf, mit Ressourcen achtsam umzugehen und Verantwortung gegenüber der Natur zu vermitteln und zu praktizieren.Das erfordert, dass die Schülerinnen und Schüler ernst genommen werden, dass alle an der Schule Beteiligten sich mit Respekt und Höflichkeit begegnen, dass die Bearbeitung von Konflikten Vorrang hat vor der Vermittlung von Stoff und dass allen Formen von Unterdrückung, Aggression oder Mobbing entschlossen entgegen gewirkt wird.Das bedeutet auch, dass Fächer wie Sozialkunde, Ethik und Religion einen hohen Stellenwert besitzen und dass Schulgottesdienste ein wichtiger und regelmäßiger Bestandteil unseres Schullebens sind.

Ganzheitlichkeit
Hinter dem Begriff der Ganzheitlichkeit verbirgt sich ein bestimmtes Menschenverständnis. Der Mensch wird nicht ausschließlich defizitär betrachtet, sondern in seiner Gesamtheit, einschließlich seiner Beziehungen zu seiner Umwelt. Daraus entwickelt sich für uns die pädagogische Aufgabe, nicht nur Fachwissen und Kulturtechniken zu vermitteln, sondern durch umfassende Förderung unter Einbeziehung aller Sinne Voraussetzungen im sensorischen, im psychomotorischen und im sozialen Bereich zu schaffen.
Lernen für die PraxisEin zentrales Ziel der schulischen Bildung ist die Befähigung zur Integration in die Alltags-, Arbeits- und Berufswelt. Praktische Übungen als Übungen des täglichen Lebens sind fester Bestandteil der Schule. Ein besonderer Stellenwert kommt dem Fach Arbeitslehre zu, dem die anderen Fächer, wo immer es geht, zuarbeiten.

Lernendes Handeln - handelndes Lernen

Diese Begriffe erfordern Selbstständigkeit des Schülers als leitendes Prinzip eines schülerorientierten, individualisierten Unterrichts. Die Rolle des Lehrers ist dabei die eines Lernbegleiters. Er sorgt für eine Umgebung, die für jeden Schüler Anregungen bereithält, die Selbsttätigkeit und aktives Handeln ermöglicht. Auf der Seite der Schule erfordern diese Leitvorstellungen die Öffnung des Unterrichts nach außen. Notwendig ist zum Einen eine Verlegung von Unterrichtsprozessen in die Wirklichkeit. Zum Anderen wird durch Besucher, Experten oder reales Material das Leben in die Schule geholt. Schließlich werden Unterrichtsprozesse und das Schulleben auch für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht.

Teamwork
Alle Beteiligten verstehen sich als Partner mit unterschiedlichsten Fähigkeiten und Kompetenzen. Gemeinsames Handeln soll individuellen Lernzuwachs fördern und soziale Bindungen ermöglichen. Teamwork kann realisiert werden durch Verwirklichung von klassen- und schulübergreifenden Projekten, es findet statt zwischen Schülern, zwischen Lehrern, zwischen Schülern und Lehrern, zwischen Lehrern, Schülern, Eltern und externen Mitgliedern. Teamwork soll gegenseitige Toleranz und Hilfsbereitschaft fördern.

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Schulprogramm

Organisatorischer Rahmen, Abschlüsse
Unsere Schule wird von Jungen und Mädchen der Klassenstufen 1 bis 10 besucht. Sie wird in Halbtagsform geführt. Die Klassenstufen 1 bis 4 haben überwiegend einen nicht nach Fächern differenzierten Unterricht, in welchem die Taktung des Schultages sich nach den aktuellen Befindlichkeiten der Kinder richtet, d. h. der Wechsel zwischen Inhalten der unterschiedlichsten Lernbereichen erfolgt nicht nach einem starren Stundenplan. Ab der Mittelstufe(Klasse 5 bis 6) werden die in allgemein bildenden Schulen üblichen Schulfächer außer Englisch erteilt. Ab Klasse 5 kommt das Fach Arbeitslehre hinzu. In der Abschlussstufe kommen zu den Schulfächern noch Arbeitsgemeinschaften.

Unsere Schule bietet zwei Bildungsabschlüsse an: die besondere Form der Berufsreife nach der neunten Klasse(Förderschulabschluss) und die Berufsreife(Hauptschulabschluss) nach der freiwilligen zehnten Klasse. Diese zehnte Klasse besuchen auch Schülerinnen und Schüler, die früher in den Nachbarschule in Wissen oder in den Schwerpunktschulen oder in der Förderschule in Asbach waren.

In der neunten Klasse differenziert sich das Angebot: Eine Klasse wird nach dem Lehrplan der Förderschule unterrichtet, die Vorbereitungsklasse für das zehnte Schuljahr wird mit zusätzlichen Lernangeboten und erhöhten Anforderungen konfrontiert und die Werkstattklasse erhält ein viel stärker praxisgebundenes, berufsbezogenes Angebot als die anderen beiden Klassen. Die Werkstattklasse besuchen diejenigen Jungen und Mädchen, die bei den herkömmlichen Lerninhalten so große Schwierigkeiten haben, dass es sinnvoller ist, ihre Stärken in den praktischen Bereichen zu fördern, um sie beruflich eingliedern zu können, als an den herkömmlichen Inhalten und Methoden festzuhalten.

Die zehnte Klasse bleibt den Jungen und Mädchen vorbehalten, die neben mindestens befriedigenden Leistungen in Deutsch und Mathematik durch ihr Arbeits- und Sozialverhalten erkennen lassen, dass sie voraussichtlich den Hauptschulabschluss erwerben können. Die anderen Schülerinnen und Schüler werden nach der neunten Klasse verabschiedet. Sie haben die Möglichkeit, im Berufsvorbereitungsjahr oder in einem Jahrespraktikum an die Berufsreife herangeführt zu werden. In der zehnten Klasse kommt das Fach Englisch hinzu. Es tritt an die Stelle der Arbeitsgemeinschaften.

Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten
Unsere Schüler sollen in den Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen und Computernutzung so weit gefördert werden und darüber hinaus so vielfältige fachspezifische und allgemein bildende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, dass sie ein selbstständiges Leben als mündige Privatperson, Wirtschaftssubjekt und Staatsbürger führen können. Dafür ist es notwendig, bei der Inhaltsauswahl auf Lebensbedeutsamkeit zu achten und in der methodischen Umsetzung einerseits den Bezug zur Lebenswirklichkeit erfahrbar zu machen, andererseits die spezifischen Lernvoraussetzungen des Einzelnen zu berücksichtigen und die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern.

Differenzierung und Individualisierung
In den Klassen sind Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen; das bedeutet, dass Differenzierung und Individualisierung ein durchgehendes Unterrichtsprinzip ist. Vor allem in der Unterstufe heißt das, dass Schülerinnen und Schüler einer Klasse - insbesondere im Lese- Schreib- und Rechenlehrgang - an unterschiedlichen Inhalten gemäß ihrem individuellen Lernfortschritt arbeiten. Voraussetzung dafür ist, dass diese Klassen relativ klein sind, d. h. in der Regel weniger als 12 Kinder.

Mit zunehmender Selbstständigkeit und Beherrschung der Kulturtechniken können die Differenzierungsmaßnahmen reduziert werden, so dass in der Mittelstufe und in der Abschlussstufe größere Klassen gebildet werden; doch auch hier wird die Klassengröße, wenn möglich, auf 16 Schülerinnen und Schüler begrenzt. Überall, wo differenzierende Maßnahmen nötig sind, erhalten die Schülerinnen und Schüler diese Differenzierung bis zur 9. Klasse.

Förderdiagnostik, kleine Schritte, Wiederholung und Übung
Durchgängiges Unterrichtsprinzip von der ersten bis zur neunten Klasse ist das Prinzip der kleinen und kleinsten Schritte. Dazu gehört, dass die Lehrkräfte ständig den individuellen Stand, Schwierigkeiten aber auch Stärken der einzelnen Schülerinnen und Schüler beobachten und Auswahl und Aufbereitung der Inhalte daran orientieren. Jeder neu erworbene Unterrichtsinhalt wird durch Üben gefestigt, bevor im Lernstoff fortgeschritten wird. Häufige Wiederholung über Zeiträume von mehreren Jahren sollen den Lernerfolg auch langfristig sichern.

Schuleigene Arbeitspläne
Für alle Fächer werden Arbeitspläne entwickelt und bei Bedarf modifiziert. In den Plänen werden die inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt, die für die Förderziele bedeutsam sind, Inhalte und Methoden erfahren eine Abstimmung zwischen den Klassenstufen, wie sie teilweise in unseren Lehrplänen nicht gegeben ist. Insbesondere im Fach Deutsch erfährt dadurch der Lehrplan eine wichtige Ergänzung, und die einzelne Lehrkraft erhält eine unverzichtbare Arbeitshilfe; die Arbeitspäne enthalten zudem Instrumentarien zur genauen Erhebung des Lernstandes des einzelnen Schülers und der einzelnen Schülerin, die Grundlage der individuellen Förderung ist.

Konzept des Lesenlernens: Der Scheuerfelder Leselehrgang
Die Maximilian-Kolbe-Schule hat auf der Basis der Fingerlesemethode von Koch einen eigenen Leselehrgang entwickelt. Diesen Leselehrgang verstehen wir allerdings nicht als ein fertiges Instrumentarium, sondern als einen Prozess, der ständig ergänzt und verbessert wird. Unterstützt wird der Leselernprozess durch eine Vielzahl von Maßnahmen zur sensorischen Integration. Der Leselehrgang soll nach der vierten Klasse abgeschlossen sein. Um dies sicher zu stellen, werden für Kinder mit besonderen Schwierigkeiten unsere Lesenester gebildet. Das sind Intensivgruppen, in denen bei Bedarf auch Schülerinnen und Schüler höherer Klassen im „Lesekatzenraum“ das Lesen lernen. Das weiter führende Lesen wird durch ein Bündel von Maßnahmen gestützt: Stategisches Lesen wird trainiert, ab der fünften Klasse ist die Behandlung mindestens eines ganzen Buches im Schuljahr verbindlich vorgegeben, Leseecken sind in den Klassen eingerichtet, eine Schülerbücherei steht zur Verfügung; aus dieser Schülerbücherei können zu Unterrichtsthemen Lesekisten angefordert werden. Für alle Klassenstufen, die lesen können, wird jährlich ein Vorlesewettbewerb veranstaltet, und in den 9. Klassen wird verbindlich das Großprojekt „ZEUS“(Zeitung in der Schule) in Kooperation mit der Westfälischen Rundschau in Angriff genommen. Eine Arbeitsgemeinschaft „Schülerzeitung“ rundet das Leselernkonzept ab.

Lernen mit allen Sinnen
Basale Voraussetzung für ein Lernen auch im kognitiven Bereich ist eine hinreichend differenzierte Wahrnehmung im akustischen, optischen und kinästhetischen Bereich. Ohne eine gelingende sensorische Integration sind Bemühungen um Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeit zum Scheitern verurteilt. Auf der Grundlage dieser Einsicht ist die Schulung der Wahrnehmung über alle Sinneskanäle fester Bestandteil des Unterrichts - nicht nur im musischen Bereich, sondern in allen Fächern. Diese Wahrnehmungsförderung reicht von gezielten Trainingsangeboten bei Wahrnehmungsspielen, rhythmischen Übungen, Übungen zur optischen oder akustischen Differenzierung oder zur Schulung des Gleichgewichtssinns und der Körperkoordination über den Einsatz von Teppichen oder Rollbrettern beim Lesen oder Rechnen bis hin zu einem Angebot an Ergotherapie an unserer Schule.

Lernen über viele Sinneskanälen und mit Unterrichtsmaterial, das die Wahrnehmung schult, insbesondere Montessori-Material, ist ein wichtiges Prinzip unseres Verständnisses von sonderpädagogischer Förderung. Die Maximilian-Kolbe-Schule hat erhebliche Mittel in die Ausstattung mit Montessori-Material gesteckt; in einer Klasse wird durchgängig nach der Montessori-Methode gearbeitet, mit der fortschreitenden Weiterbildung der Lehrkräfte auf diesem Gebiet wird diese Arbeitsweise und der Einsatz des Montessori-Materials sukzessive weiter verbreitet.

Seit Jahren besteht eine Kooperation mit der Ergotherapeutischen Praxis Barner-Schäfer in Betzdorf. Während der Unterrichtszeit erhalten Kinder ärztlich verordnete Ergotherapie. Dies erfolgt in engem Zusammenwirken zwischen Ergotherapeutin und Lehrkräften. Insbesondere greifen die Lehrkräfte die Anregungen der Ergotherapeutin in ihrem Unterricht auf und führen sie somit in ihrer psychomotorischen Förderung fort. Die Lehrkräfte beobachten die Schülerinnen und Schüler gezielt im Hinblick auf eine notwendige besondere Förderung im psychomotorischen Bereich und geben den Eltern entsprechende Hinweise.

Motorische Förderung
In engem Zusammenhang mit der Wahrnehmungsförderung steht die Förderung der Motorik. Darum hat die Maximilian-Kolbe-Schule einen besonderen Schwerpunkt im Bereich Sport und Bewegungserziehung gesetzt. Diese Schwerpunktsetzung beinhaltet die Gewährleistung des lehrplanmäßigen Sportunterrichts trotz schwieriger Bedingungen. Hierzu gehört, dass wir Turnhallenkapazitäten benachbarter Schulen nutzen, wenn unsere Kapazitäten nicht ausreichen. Hierzu gehört aber auch die gezielte Fortbildung der Lehrkräfte auf diesem Gebiet; sie reicht von Angeboten zur Förderung der Psychomotorik über Lehrgänge in den Mannschaftssportarten bis hin zum Erwerb der Erlaubnis zum Erteilen von Schwimmunterricht - auch in der Zeit, in der uns kein Schwimmbad zur Verfügung steht. Eines unserer Ziele ist, dass kein Schüler die Schule verlässt, der nicht schwimmen kann; durch die vorübergehende Mangelsituation werden wir in den kommenden Jahren mit einer großen Zahl von Nichtschwimmern konfrontiert werden und bereiten uns gezielt auf diese Situation vor.

An Stelle der traditionellen Sportfeste anlässlich der Bundesjugendspiele veranstalten wir am Ende eines Schuljahres ein alternatives Sportfest, bei dem Teamgeist und Kooperation im Vordergrund stehen: In jeder Mannschaft sind Schülerinnen und Schüler aus allen Klassenstufen vertreten und müssen eine Vielzahl meist lustiger Aufgaben lösen. Die Wettkämpfe der Bundesjugendspiele werden in den Sportstunden der einzelnen Klassenstufen ausgetragen. Auch der Aktionstag der Unesco zur Unterstützung von Projekten in Afrika findet als Sponsorenlauf in sportlichem Rahmen statt. Die dabei erwirtschafteten Sponsorengelder kommen zur Hälfte den Unesco-Projekten und der eigenen Schule zu Gute, insbesondere zur Unterstützung der Kinder einkommensschwacher Eltern bei Klassenfahrten.

Ein gemeinsames Fußballturnier unserer Unterstufe mit der Grundschule gehört ebenso zur Sportförderung wie Fußballspiele gegen die Nachbarschule oder die Teilnahme an überörtlichen Wettkämpfen, z. B. dem Bezirkssportfest in der Leichtathletik und, sobald es die äußeren Bedingungen wieder zulassen, an den Schwimmwettkämpfen.

Ergänzt wird die Bewegungserziehung durch die verbindliche Einstellung einer Bewegungszeit zusätzlich zum Sportunterricht. Diese Bewegungszeit kann sich über täglich 10 Minuten erstrecken oder aber als zusätzliche Bewegungsstunde in der Woche oder einen Wandertag im Monat realisiert werden.

Klassenfahrten
Eine besondere Rolle spielen in unserem Schulleben Klassenfahrten. Zur Förderung des Gemeinschaftslebens, der Selbstständigkeit, der sozialen und kommuikativen Fähigkeiten, zur Erweiterung des Horzonts, zum Zweck der Begegnung mit der Natur und der Bewegung im Freien werden sie auf allen Schulstufen verbindlich durchgeführt. Für die Durchführung haben wir uns genau definierte Grundsätze gegeben:

Die Unterstufe(Klasse 1 bis 4) fährt bis zu einem Ziel im näheren Umkreis der Schule - maximal 100 km); die Fahrt umfasst höchstens 3 Übernachtungen.

Die Mittelstufe(Klasse 5 und 6) fährt zu einem Ziel, das auch weiter entfernt sein darf. Die Fahrt umfasst höchstens 5 Übernachtungen.

Die Abschlussstufe(Klasse 7 bis 10) fährt 5 bis 6 Tage zu einem Ziel in größerer Entfernung. Die Kosten dürfen 250 € nicht übersteigen; falls durch Zuschüsse eine längere Fahrt im angegebenen Kostenrahmen möglich ist, kann die zeitliche Begrenzung auch überschritten werden.

Prävention
Sucht- und Gewaltprävention sind unverzichtbarer Bestandteil einer schulischen Förderung, die auf dem Prinzip der Ganzheitlichkeit beruht. Im Dienst der Prävention stehen erlebnispädagogische Elemente bei Klassenfahrten ebenso wie die Scheuerfelder Theatertage. Ein Mal im Jahr spielt unsere Schule zusammen mit einer Vielzahl von Gastschulen zwei Tage Theater. Hier lernen die Schüler, sich mit ihren Emotionen auseinanderzusetzen, Gefühle auszudrücken, mit anderen zu kommunizieren und kooperieren, sie erfahren eine Stärkung ihrer Sozialkompetenzen und ihres Selbstbewusstseins und lernen eine Form von Gestaltung ihrer Zeit kennen, die nicht Konsum gebunden ist. Ein gesundes Selbstbewusstsein, die Fähigkeit, mit den eigenen Emotionen angemessen umzugehen, mit anderen zu kommunizieren und zu kooperieren und seine Zeit aktiv zu gestalten, soll die Schülerinnen und Schüler stärken, damit sie sich nicht in Drogen flüchten oder zu Gewalt hinreißen lassen.

Ergänzt wird dieses Konzept der Prävention über die Stärkung der Persönlichkeit durch zahlreiche Aufklärungsangebote in den Schulfächern, vor allem in Biologie, aber auch in Religion, Ethik und Sozialkunde. So dient der Besuch von Gerichtsverhandlungen der Jugendstrafkammer durch die neunten Klasse in einer anderen Weise der Prävention.

Weitergabe von Werten
Die Grundwerte unserer Gesellschaft sind Themen in den Unterrichtsfächern Geschichte, Sozialkunde, Religion und Ethik und darüber hinaus immanenter Bestandteil des alltäglichen Umgangs miteinander. Sie werden sichtbar in höflichem Verhalten, respektvollen Auftreten, in Hilfsbereitschaft und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen - sei es für den eigenen Lernprozess oder für die Sauberkeit in der Klasse oder den pflegliche Umgang mit Gebäude und Material oder das angemessene Verhalten in der Natur. Darum achten wir in besonderem Maße darauf, wie wir miteinander umgehen, wie wir mit dem Gebäude, dem Unterrichtsmaterial, mit Energie umgehen und thematisieren in verschiedenen Fächern und Fächer übergreifend Fragen des Umwelt- und Naturschutzes.

Zur Vermittlung von Verantwortungsbewusstsein und Bürgersinn gehört aber auch, dass wir uns jedes Jahr am „Dreckwegmachtag“ der Verbandsgemeinde Betzdorf beteiligen.

Solidarität praktiziert wird beispielsweise bei der Mitwirkung an der Aktion „Helft uns Leben“ in der Weihnachtszeit und beim Solidaritätslauf im Rahmen des Unesco-Aktionstages für Afrika.

Persönliche Probleme, Nöte und Konflikte der Kinder und Jugendlichen sind uns grundsätzlich wichtiger als die Vermittlung von Wissen. Zur Klärung aktueller Konflikte muss die Behandlung des vorgesehenen Stoffes bei Bedarf zurückstehen. Gewaltlosigkeit ist oberstes Prinzip in Konfliktfällen.

Wichtig ist uns, die Kinder und Jugendlichen selbst in die Verantwortung zu nehmen, wenn Konflikte entstehen. Deshalb haben wir eine Streitschlichtung eingerichtet, in der eigens dafür geschulte Kinder und Jugendliche tätig sind.

Verstößen gegen die Grundsätze eines respektvollen Miteinanders treten wir entschlossen gegenüber. Wir haben uns über einen Katalog von Maßnahmen verständigt, der die Beachtung von Grenzen sichern soll ohne den notwendigen Spielraum für Einzelfallentscheidungen zu nehmen.

Schulgottesdienst
Schulgottesdienste sind eine wichtige Institution für die Auseinandersetzung der Kinder und Jugendlichen mit letzen Fragen und den Antworten und Deutungen, die die Religion anbietet; sie sind eine Gelegenheit für die Begegnung mit Gott, für das Erleben von Gemeinschaft und auch für die Weitergabe der Werte, die unsere Kultur seit zwei Jahrtausenden tragen. Aus diesen Gründen feiern wir an unserer Schule am letzten Schultag vor allen Ferien Schulgottesdienste. Auch die Entlassschüler werden mit einem Gottesdienst verabschiedet. Wir feiern diese Gottesdienste ökumenisch. Sie stehen Besuchern von außen ebenso offen wie Schülerinnen und Schülern, die keinem christlichen Bekenntnis angehören. Die Gottesdienste werden von Lehrkräften und Klassen in Absprache mit den Geistlichen vorbereitet und gestaltet; sie sind so Bestandteil und Höhepunkt des Religionsunterrichts.

Die Weiterbildung zum Religions- oder Ethiklehrer wird an unserer Schule uneingeschränkt gefördert.

Schulendtage
Für alle Entlassklassen verbindlich sind die Schulendtage kurz vor der Entlassung. Sie dienen der Besinnung und Einkehr und stellen das letzte große Gemeinschaftserlebnis vor der Entlassungsfeier dar. Die Schulendtage werden in Kooperation mit den Kirchen veranstaltet, das Programm mit den zuständigen Mitarbeitern der Kirchen abgestimmt.

Projekt orientierter Unterricht
Vielfältige Formen selbsttätiger Arbeit bereiten die Kinder auf Projekt orientiertes Lernen vor:
Einzel- und Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Freiarbeit, Stationenlernen, Wochenplanarbeit sind solche Vorformen, die die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung fordern und fördern. Neben den Projekten des Unterrichts im Fach Arbeitslehre haben wir folgende Projekt orientierte Inhalte verbindlich festgelegt:

Schulgarten für die Unterstufe,
Wald für die Mittelstufe,
Bergbau für Klasse 7,
Zeitung für Klasse 9.

Daneben werden weitere Themen Projekt orientiert behandelt, z. B. Feuerwehr, Rotes Kreuz, Polizei, Theater, Sexualkunde, Kunstwerke, Wasser, Umwelt.

Im Rahmen dieses Unterrichts werden immer wieder außerschulische Lernorte aufgesucht und die Kooperation mit Fachleuten außerhalb der Schule gesucht.

Die Woche nach den Herbstferien wird als Projektwoche für die Klassen 1 bis 9 gestaltet. Für die neunten Klassen steht das Thema fest: Bewerbungstraining. Die Schüler und Schülerinnen der Klassen 5 bis 8 suchen sich ein Klassen übergreifendes Projekt aus. Die Kinder der Unterstufe arbeiten an Klassenprojekten. Ein Streitschlichter-Seminar ist eines der Projekte; für dieses Projekt werden interessierte Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 8 ausgewählt. Im Rahmen eines Präsentationstages werden die Ergebnisse der Pojektwoche der Öffentlichkeit vorgestellt.

Praxis in der Schule, Schule für die Praxis, Vorbereitung auf den Beruf
Von herausragender Bedeutung für unsere Schule ist die Berufsvorbereitung. Auf die verschärften Bedingungen der Wirtschafts- und Arbeitswelt, die eingeschränkten Möglichkeiten der außerschulischen Berufsvorbereitung und die große Schwierigkeit, benachteiligte Jugendliche einzugliedern, haben wir mit einer umfassenden Konzeption der Berufsvorbereitung reagiert, die weit über die Vorgaben von Stundenplan und Lehrplan hinausgehen. Arbeitslehre steht im Mittelpunkt unserer Arbeit, als Unterrichtsprinzip, das schon in ersten Ansätzen vom ersten Schuljahr an verfolgt wird und als Fach, das ab der fünften Klasse einen sehr breiten Raum in der Unterrichtszeit einnimmt und auf dessen Inhalte auch die anderen Fächer abgestimmt sind und in einem fortlaufenden Entwicklungsprozess weiter abgestimmt werden müssen.

Hinführung schon der Kleinsten
Schon die lebenspraktischen Übungen der Unterstufe wie gemeinsames Frühstück, regelmäßiges Kochen und die vielfachen Herausforderungen von Klassenfahrten und Wanderungen im Hinblick auf Selbstständigkeit und soziales Handeln bereiten die Kinder auf die Ansprüche der Arbeitslehre in der Schule und der Arbeitswelt „draußen“ vor. Diese Aktivitäten dienen nicht nur der Pflege des Gemeinsinns, sondern die Kinder erwerben schon hier Schlüsselqualifikationen wie Ordnung, Sauberkeit, Verlässlichkeit, Gründlichkeit. Sie lernen schon früh, dass eine Arbeit geplant und vorbereitet sein will, dass Sorgfalt und Durchhaltevermögen dazu gehören, und dass nach der Hauptarbeit die Nachbereitung kommt, nämlich sauber machen und aufräumen. Sie sammeln dabei Material- und Werkzeugerfahrungen, lernen erste Regeln des Unfallschutzes und der Hygiene kennen und werden an Kooperation herangeführt.

Unterrichtsgänge zu Handwerkern in der Schulumgebung schaffen für die Unterstufe einen ersten Kontakt zur Arbeitswelt.

Das Schulfach Arbeitslehre
Der eigentliche Unterricht im Fach Arbeitslehre setzt in der fünften Klasse ein - nicht wie in der Stundentafel vorgesehen erst in der siebten. Durch den früheren Beginn der Arbeitslehre und die gezielte Vorarbeit in der Unterstufe bringen die Kinder in der Abschlussstufe schon reichhaltige Vorerfahrungen mit, auf denen aufbauend die im Arbeitsplan vorgegebenen Ziele auch erreicht werden können. Das Fach Arbeitslehre gliedert sich auf in die Lernbereiche Haushalt, Technik, Computer, Wirtschaftslehre und Berufskunde.

Technik
Im Mittelpunkt des Technikunterrichts steht die Bearbeitung hauptsächlich von Holz, in geringerem Umfang auch von Metall und Kunststoff; einfache Projekte der Elektrotechnik sowie Maschinentechnik im Form von Reparaturen an Fahrrädern ergänzen das Programm. Die Schülerinnen und Schüler lernen die erforderlichen Werkzeuge und Handmaschinen kennen, messen, zeichnen und Zeichnungen lesen.

Haushalt
Im Lernbereich Haushalt steht der Praxisbezug im Vordergrund. Dazu gehört vorrangig das Erlernen des Kochens, die Textilpflege und das Reparieren von Textilien. Die Schülerinnen und Schüler erlernen die sachgerechte Bedienung und Pflege der Haushaltsgeräte, die Regeln der Hygiene und erwerben Einsichten in ökonomisch und ökologisch sinnvolle Formen des Wirtschaftens.

Computer
Im Computer-Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Internet. Einen besonderen Schwerpunkt bildet der Umgang mit Suchmaschinen, ein weiterer Schwerpunkt ist die Recherche von Informationen über Berufe auf der Website der Agentur für Arbeit.

Im Deutschunterricht in der achten Klasse lernen die Schülerinnen und Schüler spätestens bis zu den Osterferien, ihren Lebenslauf zu schreiben und ein Bewerbungsschreiben zu verfassen.

Bewerbungstraining
In der Projektwoche in der neunten Klasse schreiben sie im Rahmen ihres Bewerbungstrainings einen Lebenslauf und ein Bewerbungsschreiben mit dem Computer. Sie erhalten eine Bewerbungsmappe, in der sie diese Schriftstücke als Muster aufbewahren. Ebenfalls im Deutschunterricht wird das Bewerbungsgespräch im Rollenspiel geübt, in der Projektwoche findet ein Bewerbungstraining statt, das in ein Bewerbungsgespräch bei dem Chef der Schülerfirma mündet.

Berufskunde
In der Berufskunde lernen die Schülerinnen und Schüler Berufsfelder und einzelne Berufe kennen, die für sie in Frage kommen; dabei handelt es sich hauptsächlich um Handwerksberufe, vor allem im Bau- und Nahrungsmittelbereich, um Verkaufsberufe im Nahrungsmittelsektor sowie um Berufe im hauswirtschaftlichen Berufsfeld. Die achten Klassen informieren sich im mobilen Berufsinformationszentrum(BIZ-Mobil) der Arbeitsagentur in Betzdorf, die neunten Klassen besuchen das Berufsinformationszentrum(BIZ) in Siegen; die Fragestellungen für die Informationsbesuche werden in der Schule erarbeitet, die Ergebnisse ausgewertet.

Betriebserkundungen und Betriebsbesichtigungen
Betriebserkundungen und Betriebsbesichtigungen sind ein weiterer Baustein der Berufsvorbereitung. Nach den Besuchen bei Handwerkern in der Unterstufe werden ab der fünften Klasse Betriebe besichtigt oder erkundet, die von besonderer Bedeutung für die Region sind. Von Klasse sieben bis neun werden in jedem Schuljahr mindestens zwei Betriebe aufgesucht; diese Besuche finden außerhalb der Arbeitslehrestunden statt und liegen in der Verantwortung der Klassenlehrer/innen. Auf diese Weise ist sicher gestellt, dass genug Zeit für die übrigen Inhalte der Arbeitslehre bleibt und dass auch die Klassenlehrer/innen in die Berufsvorbereitung eingebunden sind und Kontakte zur heimischen Wirtschaft aufbauen und pflegen.

Schülerfirmen
Der Arbeitslehreunterricht in der neunten Klasse findet in Form von Schülerfirmen statt. Für diese Firmen müssen die Jugendlichen sich bewerben, es gelten die gleichen Regeln wie in einem Betrieb - nur gibt es keine Bezahlung. Die Jungen und Mädchen lernen ein Produkt oder eine Dienstleistung zu kalkulieren, über einen langen Zeitraum bei der Herstellung einer Ware oder bei einer Dienstleistung unter realitätsnahen Bedingungen durchzuhalten, verbessern ihre handwerklichen Fertigkeiten, müssen Buch führen, werben, den Vertrieb organisieren und erwerben somit ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Teamfähigkeit. Besonderer Wert wird auf die Vermittlung von Arbeitstugenden Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Gründlichkeit, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen gelegt. Insbesondere müssen die Jugendlichen lernen, auch bei unangenehmen und langweiligen Arbeiten nicht aufzugeben.

Berufsberatung
An der Berufsvorbereitung ist auch die Agentur für Arbeit beteiligt: In den achten Klassen hält der Berufsberater eine Doppelstunde Unterricht, in der er die Jugendlichen über Perspektiven informiert, die sich an den Besuch der Förderschule anschließen. In den neunten und zehnten Klassen findet in der Schule eine Einzelberatung der Jugendlichen und ihrer Eltern durch den Berufsberater in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern statt. Ein jährlicher Elternabend mit dem Berufsberater komplettiert das Unterstützungsangebot der Arbeitsagentur. Jedes Jahr findet für die Eltern der Klassen 7 bis 10 ein Informationsabend über Perspektiven nach der Schule und Unterstützungsangebote durch die Arbeitsagentur mit dem Berufsberater statt.

Jugendberufshilfe
Wir suchen die Jugendberufshilfe auf und lassen die Jugendlichen über deren Hilfsangebote informieren.

Job-Füxe
In den Heimatgemeinden der Jugendlichen, die einen Job-Fux bei der örtlichen Schule installiert haben, stellen wir den Kontakt der betroffenen Jungen und Mädchen mit dem Job-Fux her, um auch deren Hilfe bei der beruflichen Integration in Anspruch zu nehmen.

Praktika
Zu Beginn der achten und neunten Klasse findet ein dreiwöchiges Betriebspraktikum statt, am Anfang der Zehnten ein Zweiwöchiges. Die Schülerinnen und Schüler suchen sich die Praktikumsstellen selbst, die Fachkonferenz Arbeitslehre entscheidet, ob sie das Praktikum im gewählten Betrieb genehmigt. Die Praktika werden im Unterricht vorbereitet und nachbesprochen. Wichtigste Themen der Vorbereitung sind das Verhalten im Betrieb, die Pflichten des Praktikanten und die Führung des Praktikumsberichts. Der Bericht dient der Reflexion des Praktikums und soll Hilfestellung geben bei der Erkundung des Betriebes unter folgenden Aspekten: Betriebliche Organisation, Produkte oder Dienstleistungen , technische Abläufe und Tätigkeiten, Unfallschutz und Sicherheitsbestimmungen, Aufgaben im Betrieb(Hierarchie) und Erkundung eines Berufes. Der Praktikumsbericht bereitet die Jugendlichen auf die Führung eines Berichtshefts in der Ausbildung vor; vor dem Praktikum ist das Thema Bericht Gegenstand des Deutschunterrichts.

Die Praktika haben unterschiedliche Schwerpunkte: Im achten Schuljahr sammeln die Jugendlichen Erfahrungen mit körperlicher Arbeit und den Gegebenheiten in einem Betrieb und überprüfen ihre Vorstellungen von der Arbeitswelt und ihrem Wunschberuf. In der neunten und zehnten Klasse steht die Erkundung eines für die Jugendlichen realistischen Berufsfeldes im Zusammenhang mit der Erprobung eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten im Vordergrund. Daher haben die Schülerinnen und Schüler im achten Schuljahr noch eine größere Freiheit bei der Auswahl ihrer Praktikumsstelle. Ab der neunten Klasse werden keine Praktika genehmigt, die für die Berufswahl nicht relevant sind. Grundsätzlich sollen die Jugendlichen keine zwei Blockpraktika im gleichen Betrieb ableisten.

Für die Werkstattklasse findet im Anschluss an die Projektwoche nach den Herbstferien ein Tagespraktikum statt. Die Jungen und Mädchen gehen täglich in einen Betrieb mit dem Ziel, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erwerben und zu verbessern, die ihnen helfen, die Anforderung eines Arbeitsplatzes zu bewältigen, wenn sie nach der Schule ein Jahrespraktikum absolvieren oder nach dem Berufsvorbereitungsjahr eine Arbeitsstelle suchen.

Die zehnte Klasse beginnt nach den Herbstferien mit einem Tagespraktikum. Ziel dieses Praktikums ist die Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis.

Berufswahlpass
Alle Schülerinnen und Schüler legen ein „Berufswahlpass“ genanntes Portfolio an, das Leistungsnachweise aus den unterschiedlichen Bereichen der Arbeitslehre enthält: Bescheinigungen über Teilnahme an Lehrgängen in den Bereichen Technik, Haushalt, Computer, an Betriebserkundungen sowie Praktikumszeugnisse.

Kooperation und Öffnung der Schule
Lehrerinnen und Lehrer kooperieren bei der Abstimmung von Unterrichtsinhalten und pädagogischem Handeln, bei der Vorbereitung von Unterrichtseinheiten, bei der Planung und Durchführung von Projekten, Klassenfahrten, Praktika und Veranstaltungen und bei der Festlegung der Bewertungsmaßstäbe.

Wechselseitige Hospitationen zur Verbesserung des Unterrichts und der Erziehungsarbeit sowie zum Zweck der kollegialen Fallberatung sind Bestandteil des Schulalltags und werden durch die Schulleitung gefördert und unterstützt; die zur Verfügung stehenden Mittel für Vertretungsunterricht werden auch zur Sicherstellung des Unterrichts im Fall von Hospitationen eingesetzt.

Neben der Zusammenarbeit mit den schon genannten Partnern pflegen wir die Kooperation mit weiteren Partnern außerhalb unserer Schule:

Wann immer ein Kind Hilfe benötigt, die über das hinaus geht, was die Lehrer und Lehrerinnen leisten können, haben wir im Kinderschutzdienst des Vereins „Kinder in Not“ einen wichtigen Ansprechpartner.

Wir pflegen den Kontakt und die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt.

Ein Mal im Monat steht der Schulseelsorger Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zur Verfügung, um sich Sorgen und Nöte anzuhören, Rat zu geben oder zu vermitteln.

Im Sinne einer ganzheitlichen Förderung unserer Schülerinnen und Schüler ist auch die Teilnahme am landesweiten Projekt „Jugendzahnpflege“ selbstverständlich.

Unsere zehnte Klasse ist eine Gemeinschaftsarbeit mit der Wilhelm-Busch-Schule in Wissen. An der Erstellung des schuleigenen Lehrplans für die zehnte Klasse hat neben der Wilhelm-Busch-Schule auch die Berufsbildende Schule Wissen mitgewirkt.

Die Polizei ist ein nicht weg zu denkender Partner in der Verkehrserziehung, wird von uns aber auch als Beraterin in Fragen der Sucht- oder Gewaltprävention und des Jugendschutzes in Anspruch genommen.

Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen werden in den Unterricht eingeladen.
Zur musikalischen Förderung unserer Schüler arbeiten wir mit der Kapelle „Siegheuler Scheuerfeld“ zusammen. Wir nutzen deren Instrumente, und der musikalische Leiter bringt seine Fachkompetenz in den Musikunterricht ein.

Gegenseitige Unterstützung unserer Schule und der Grundschule im gleichen Haus, auch gemeinsame Aktivitäten mit der Grundschule, sind ein wichtiger Beitrag zur Integration unserer Schülerinnen und Schüler.

Den Übergang in die Berufsbildende Schule gestalten wir in Zusammenarbeit mit der Berufsbildenden Schule gleitend: In der neunten Klasse suchen die künftigen Schüler des Berufsvorbereitungsjahres die Berufsbildende Schule zu „Schnuppertagen“ auf. Das Gleiche gilt für die Jugendlichen aus der zehnten Klasse, die die Berufsfachschule besuchen wollen. Zwischen den Lehrkräften unserer neunten Klassen und den Lehrkräften des BVJ sowie zwischen unseren Lehrkräften der zehnten Klassen und Lehrkräften der BFS findet ein Übergangsgespräch am Ende des jeweiligen Schuljahres statt.

Durch den Runden Tisch für Ausbildung des DGB halten wir ständig Kontakt zu Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, den Berufsbildenden Schulen, den benachbarten weiter führenden Schulen, Betrieben und Arbeitsagentur sowie einzelnen Unternehmern und Managern heimischer Betriebe.

Den gleichen Zweck verfolgen wir durch die Mitwirkung im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft.

Zu unseren wichtigsten Partnern zählen die über hundert Betriebe, in denen unsere Jungen und Mädchen Praktikumsstellen finden.

Wir streben Patenschaften mit Betrieben im Einzugsgebiet an. Diese Patenschaften sind das wichtigste Kooperationsprojekt für die Zukunft. Wir haben uns vorgenommen, durch Patenschaften die Vermittlungsquote unserer Jugendlichen spürbar zu erhöhen.

Vertretungskonzept
Wir nehmen am Projekt Erweiterte Selbstständigkeit von Schulen(PES) des Landes von Anbeginn an Teil. Im Rahmen dieses Projekts machen wir von der Möglichkeit Gebrauch, Vertretungskräfte einzustellen, die auf Abruf bereit stehen, um Unterrichtsausfall zu vermeiden. Inhalte und Verfahren des Vertretungsunterrichts werden, wann immer es möglich ist, zwischen der Vertretungskraft und der zu vertretenden Lehrkraft abgesprochen, so dass eine kontinuierliche Weiterarbeit im Vertretungsunterricht gewährleistet ist. Dienstvereinbarungen über freiwillige Mehrarbeit und deren Ausgleich gewährleisten eine hohe Flexibilität zur Sicherstellung von Unterricht.

Mitverantwortung
In alle wichtigen schulischen Entscheidungsprozesse werden Schülerinnen und Schüler sowie Eltern eingebunden. Die Mitglieder des Schulausschusses - auch die Schülerinnen und Schüler - werden zu den Gesamtkonferenzen eingeladen, mit den Klassenelternsprecher/innen und dem Schulelternbeirat werden wichtige Angelegenheiten erörtert, und die Lehrkräfte suchen den regelmäßigen Kontakt zu den Eltern ihrer Schülerinnen und Schüler. Informationsabende sowie die Mitwirkung im Förderverein und die Einbeziehung des Fördervereins in das Schulleben ergänzen die Einbindung der Eltern. Bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal zwischen zwei Ferienabschnitten, wird die SMV einberufen. Ereignisse oder Maßnahmen, die einer breiten Schulöffentlichkeit bedürfen, werden bei Schulversammlungen besprochen.

Schulentwicklung
Im Gegensatz zu einem Leitbild kann das Schulprogramm keine unveränderliche Größe sein. Vielmehr müssen wir ständig die Effektivität und Effizienz überprüfen und auf ein sich rasant veränderndes Bedingungsgefüge für die Schule reagieren. Daher wird das vorgelegte Programm zwangsläufig einer permanenten Veränderung unterliegen - es ist Ergebnis und Prozess zugleich; so lange die Beschlusslage gilt, ist es verbindlich für alle Beteiligten - aber schon morgen können sich Umstände ergeben, durch die einzelne Programmpunkte als sich als überholt oder veränderungsbedürftig erweisen können. Auf diese Notwendigkeit werden wir reagieren, um das Schulprogramm nicht nur auf dem Papier zu besitzen, sondern mit Leben zu füllen.

Scheuerfeld, im März 2007

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